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Was Beyonces Homecoming Performance so besonders macht

Wenn sich eine Hip-Hop Ikone ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, und weiß, wie Sie durch einfache Inszenierungen den Mindset ganzer Menschengruppen beeinflussen kann, dann ist das Beyonce.

In Ihrer neuen Dokumentation auf Netflix thematisiert sie geschickt und eingänglich die Themen Black Feminism, Body-Positivity und Geschlechteridentität.

“Homecoming” heißt das Werk, welches seit Mittwoch, den 17. April 2019 weltweit zum Streamen auf Netflix bereitsteht und den Fans neben der vollen Länge der Coachella Performance einen Einblick ins hektische Leben der Queen B gibt.

Das Vidematerial besteht neben der eindrucksvollen Bühnenshow ( was für eine Ausdauer ! ) auf dem diesjährigen Coachellafestival aus vereinzelten Einspielungen rund um die Hintergünde der Entwicklung der Show, der Tänzer und der Idee hinter dem Bühnenbild und der Choreographie.

Zeitgleich mit ihrer Coachella-Performance startete Beyoncé ein Stipendienprogramm mit dem Namen „Homecoming Scholars Award Program“, dank dem vier „Historically Black Colleges and Universities“ (kurz HBCUs) in den USA jeweils ein Stipendium an Studierende ihrer Wahl vergeben konnten.

Dass sich Beyoncé der gesellschaftlichen Relevanz ihres Tuns bewusst ist, zeigte schon der erste Trailer zu „Homecoming“. Darin war die Stimme der US-amerikanischen Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou zu hören, die kurz vor ihrem Tod 2013 in einem Interview die Verantwortung jedes einzelnen Menschen für eine bessere Zukunft betonte.

Sehr viel Energie, Zeit und Liebe wurde in die ganze Show investiert. Dafür musste Beyoncé Prioritäten setzten. Selbst an ihrem Hochzeitstag saß sie ewig mit ihrem Team zusammen. Man bekommt auch einen guten Eindruck davon, wie viel Kraft und Zeit, das alles gekostet haben muss. Das Ergebnis war’s aber absolut wert!

Auch sprach Beyoncé über die schwierige Geburt ihrer Zwillinge Sir und Rumi Carter und erklärte, dass sie einen Not-Kaiserschnitt veranlassen musste, nachdem eines der Herzen ihrer Kinder im Mutterleib gestoppt hatte.

“Eigentlich sollte ich im Vorjahr beim Coachella-Festival als Headliner auf der Bühne stehen. Doch dann wurde ich plötzlich schwanger. Es waren Zwillinge, was mich noch mehr überrascht hatte. Ich wusste gar nicht, dass mein Körper so viel aushalten konnte und hatte solch eine schwierige Schwangerschaft. . Doch was die Menschen nicht sehen, ist das Opfer, [welches ich erbracht habe]. Ich war am Trainieren, bin in meiner Pause in meine Garderobe gegangen und habe meine Kinder gestillt. Wenn ich sie mit zur Arbeit nehmen kann, mache ich es natürlich und versucht herauszufinden, wie ich meine Karriere und das Leben als Mutter von einer Sechsjährigen und Zwillingen unter einen Hut bringen kann. Physisch war es ganz schön viel, was ich verarbeiten musste.”

Beyonce im Netflix-Film Homecoming

Ich habe persönlich jeden einzelnen Tänzer ausgesucht. Das Licht, die Höhe der Pyramiden, jeden Stoff. Hinter jedem Detail steckt eine Intention. “

Beyoncé in der Netflix-Doku „Homecoming

Damit nicht genug: Beyoncé überraschte ihre Fans mit einer weiteren Veröffentlichung. Zusammen mit der Doku erschien ein Audio-Mitschnitt des Coachella-Auftritts als Livealbum. Darauf zu hören sind 40 Songs, darunter Solo-Hits wie „Crazy In Love“ und Klassiker wie „Say My Name“ aus ihrer Zeit als Mitglied der Band Destiny’s Child.

Was diese Performance und die damit einhergehende Veröffentlichung des Videomaterials für Homecoming so besonders macht, ist dass kaum eine andere Frau im HipHop oder auch im Pop Bereich eine so deutliche Message rüberbringen kann anhand ihrer Kunst und den performativen und ikonographischen Aspekten der Show. Sie hat durch das Zusammenspiel mit der Crew herausgestellt, dass Menschen aller Farbe und Nation sich als eins vereinen sollten um gemeinsam für etwas einzustehen. Mit den Pyramiden und der Kostümierung als Königin Nofretete setzte sie auch ein geschichtliches Statement; wenn es Frauen von color bereits im alten Ägypten geschafft haben, Anführerinnen mit eigener Stimme zu sein, dann sollte es auch möglich sein, nun im 21. Jahrhundert für sich und seine Überzeugungen einzusetehen, und sich nicht aufgrund Geschlecht, Hautfarbe oder Herkunft klein machen zu lassen, weder von Politikern noch von Männern des engeren Umfeldes.

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